Nr. 3

Nun liegt bereits die dritte Nummer unserer Zeitschrift «Seelsorge & Strafvollzug» vor. Das Redaktionsteam freut sich feststellen zu dürfen, dass diese Zeitschrift ein stetig zunehmendes Interesse erfährt. Auch dieses Mal möchte sich die Redaktionskonferenz für all die Rückmeldungen bedanken, die bei ihr eingegangen sind. Sie waren ausnahmslos wertschätzend, kritisch-konstruktiv und somit motivierend für die Präsentation der nun vorliegenden dritten Nummer. Herzlich Dank an die Leserinnen und Leser für das Interesse an der Zeitschrift und unserem sozialen Anliegen.

Befasste sich die letzte Nummer mit Grundhaltungen christlicher Seelsorge, die helfen können, Heilung für Täterinnen und Tätern zu bewirken, ohne Opfer aus dem Blick zu verlieren, so nimmt Seelsorge & Strafvollzug 3 diese Impulse erneut auf, wird dabei aber konkreter!

Die ersten beiden Artikel befassen sich mit «Assistiertem Suizid». Dieses Thema wird zurzeit besonders in der Schweiz breit diskutiert und beschäftigt durch die Medien die allgemeine Öffentlichkeit. Der Artikel mit seinen detaillierten Überlegungen zu diesem hochkomplexen Thema, plädiert letztlich dafür, alles in der Verantwortung der Justiz Liegende zu tun, um Menschen aus ihrer existenziellen Krise herauszuführen. Die Aufgabe der Gefängnisseelsorge ist es, Menschen treu zur Seite zu stehen, die sich hinter Gefängnismauern in tiefer Dunkelheit befinden.

Der erste Artikel ist gemeinsam verfasst von den beiden JVA Pöschwies Seelsorgenden Pfr. Karoline Iseli und Dr. des. Frank Stüfen. Den zweiten Artikel schrieb letzterer als Reaktion auf ein nach Verfassen des gemeinsamen Artikels erschienenes Rechtsgutachten der Universität Zürich. In diesem Aufsatz würdigt Frank Stüfen dieses neue Grundlagenpapier kritisch, das im Auftrag des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Justizvollzug (SKJV) veröffentlicht wurde.

Der dritte Artikel «Traumasensible Seelsorge: Eine Anregung für die Gefängnisseelsorge» von Dr. Andreas Stahl beschäftigt sich mit Überlegungen, wie Erfahrungen von Gewalt, die in ihrer Folge Traumata auslösen und Menschen derart belasten können, dass sie mitunter zu einem gewaltoffenen Verhalten führen. Dies sind Beobachtungen, wie sie in der Gefängnisseelsorge immer wieder gemacht werden. Die moderne Traumaforschung ist nach Stahl in der Lage, für die Seelsorge im Strafvollzug wichtige Anregungen zu geben. Dem Artikel von Stahl liegt seine Promotionsarbeit zugrunde, die 2019 im Kohlhammer Verlag als Buch erschienen ist: «Traumasensible Seelsorge. Grundlinien für die Arbeit mit Gewaltbetroffenen». Mit seinem Artikel leistet Stahl einen wesentlichen Beitrag zur Thematik einer opferorientierten Seelsorge.

Der vierte Artikel von Hubert Kössler, dem Co-Leiter der Medizinethik im Inselspital, mit der Überschrift «Ethik im Gefängnis» stellt ein Ethikmodell exemplarisch für den Justizvollzug und die Seelsorge im Strafvollzug dar.

Die Redaktion plant bereits die Nummern 4 und 5 von Strafvollzug & Seelsorge, die beide 2020 erscheinen sollen.

Diese Zeitschrift erscheint in Papierform und steht nach der Veröffentlichung auf www.seelsorgeundstrafvollzug.ch zum Download bereit. Die Kosten pro Heft betragen ca. vier Franken. Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen und freuen uns über jede Unterstützung.

Die Redaktion wünscht ein anregendes Leseerlebnis freundlich grüsst
Christoph Rottler, Redaktion.